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| Die Technik des Schleiflacks entstand, da es früher nur hochglänzende, auf Öl basierende Lacke gab und matte Flächen nur durch Schleifen erzielt werden konnten. Da lag der Schritt zum partiellen Schleifen von Flächen nahe und es wurden Ornamente auf hochglänzende Lackflächen geschliffen. Heute schneidet man dazu eine Schablone aus papierverstärkter, selbstklebender PVC-Folie und zieht sie auf die Lackfläche auf. Die durch Folie geschützten Flächen werden nach dem Schleifen dann hochglänzend bleiben und die herausgeschnittenen Flächen werden im Kontrast dazu matt sein, dieser Kontrast ist umso größer, je dunkler der Lack ist. Früher wurde anstatt der PVC-Folie eine dünne Bleifolie verwendet, was aber für den Schleifvorgang gleichbedeutent war. Geschliffen wird mit feinem Bimsmehl und einem Modler unter Zugabe von Wasser. Beim Schleifen muß man peinlich genau darauf achten, daß alle, außer die zu schleifenden Flächen, also auch sie Kanten abgedeckt sind. Es darf nur in einer Richtung unter leichtem Druck geschliffen werden, der Modler muß dabei gerade gehalten werden. Nach Fertigstellung des Schliffs wird die gesamte Fläche gründlich mit Wasser abgewaschen und in Schleifrichtung trockengeledert. Erst jetzt wird die Folie entfernt. Eventuel vorhandene Kleberflecken können mit Spiritus oder Polierwasser entfernt werden. |
Die Wirkung dieser Technik beruht auf dem Zusammenspiel von einfarbigem Hintergrund und reflektierenden Bronzepigmenten, die durch
unterschiedliche Werkzeugspuren verdichtet oder (lasiert) verdünnt, abgetragen oder angehäuft werden. Diese Technik
lebt von der Spur des Werkzeuges und der Phantasie und Experimentierfreudigkeit des Ausführenden.

Als Untergrund dient eine dunkle, matt geschliffene (1200er Naßscheifpapier) Lackfläche. Das Bronzepulver wird mit Bier als
Bindemittel zur Lasur angerichtet und über die gesamte Fläche gleichmäßig verteilt. Nun kann mit einer Bürste,
einem Ringpinsel, mit Papier oder Lappen gestupft werden. Es kann mit dem Dachshaarvertreiber in unterschiedliche Richtungen vertrieben
werden, mit dem Lappen oder Naturschwamm gewickelt werden usw. Die getrocknete Lasur wird anschließend farblos überlackiert.
Vor der Lackierung sollte die ganze Fläche sorgfältig nach Borstenresten, Stofflunsen und groben Einschlüssen
abgesucht und diese vorsichtig entfernt werden.
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© 2000 Oliver Eckstein